Die Story mit dem Kickstarter

 

Da ich in einem Fahrbericht im Stern von dem Automobiltester Fritz B. Busch gelesen hatte, dass man eine FLH nur dann antreten kann, wenn man wenigstens 90 kg wiegt, wollte ich es natuerlich genau wissen.

Da meine FLH 74 keinen Kickstarter von Geburt aus hatte, musste ich fuer Abhilfe sorgen.Ein Schrauber in Ruesselsheim baute mir daraufhin einen Kickstarter ein.

War eine groessere Aktion,da der Auspuff auch neu gestaltet werden musste.

War aber eine feine Sache, da ich nun nicht mehr alleine auf die Scheissbatterie angewiesen war. Allerdings gelang es mir nur selten das Moped mit dem Kickstarter zum laufen zu bringen. Zu dieser Zeit machte ich 2 mal die Woche Karatetraining und brachte deshalb nur 75 kg auf die Waage.

Manchmal war es doch einfacher fuer mich,die FLH 74 anzuschieben.Erst als ich dann noch die Kontaktzuendung auf Transistor umstellte, ging es etwas leichter.

Ich hatte mir dann zur Angewohnheit gemacht, bei einer groesseren Zuschauermenge rund um meine H-D, dieselbe anzutreten. Da es in Frankfurt zu dieser Zeit nur eine Handvoll H-Ds gab,war immer ausreichend Publikum anwesend.

Der Startvorgang war natuerlich mit einer groesseren Schau verbunden.Logisch.

Sonnenbrille aufziehen,Helm und Handschuhe anziehen, etwas Gas geben und dann mit dem linken Knie den Polizeiarschsattel besteigen und kraeftig mit dem rechten Fuss den Starter bedienen. Dabei musste ich mit meinem ganzen Gewicht dahinter stehen.

War natuerlich nicht immer von Erfolg gekroent, da ich manchmal vergass, die Zuendung einzuschalten. Da ich sowieso schon vor Anstrengung einen roten Kopf hatte, machte es auch nichts aus, diesesmal den Eletrostarter zu bedienen und schleunigst unter dem Applaus der Umstehenden das Weite zu suchen.

Eines schoenen Sommertages war ich wieder mal mit dem Moped in der Frankfurter Innenstadt unterwegs, und wollte mal so sehen, was so alles an schoenen Maedels aus den Geschaeften in der Goethe Strasse auf dem Weg zum Feierabend zu beobachten ist.

Ich stellte mein Moped am Buergersteig ab,zog laessig die weissen Polizeistulpenhandschuhe mit den Fransen aus,ebendso den texanischen Polizeihelm eines Caeptens,sowie die original Bushnell Spiegelbrille der US Sheriffs.

Den Helm haengte ich laessig ueber den Rueckspiegel.

Als dann so ziemlich alle Verkaeuferinnen ihre Geschaeftstueren abgeschlossen hatten, sollte mein grosser Auftritt starten.

Ritual wie gehabt,Sonnenbrille,Handschuhe aber nicht den Helm.Sonst haette man ja mein markantes Gesicht nicht gesehen.

Gas, Zuendung mit dem Knie auf den Sattel und runter damit. Das Chaos ging los. Durch die zu langsame, aber kraeftige Startbewegung mit dem rechten Bein,loeste sich das Moped vom Seitenstaender und fiel mir entgegen auf den Buergersteig. Der Helm war aber zum Glueck noch immer auf dem Rueckspiegel.( linken )

Vor lauter Wut wog ich dann mindestens 4 Zentner als ich versuchte,das Moped wieder aufzurichten. Von der rechten Seite wohlgemerkt. !! Der Erfolg war Spitze.Das Moped fiel nun mit aller Geschwindigkeit und Gewalt mit der linken Seite auf die Strasse,weil in der Zwischenzeit natuerlich der Seitenstaender eingeklappt war.

Nun war der Helm nicht mehr auf dem Rueckspiegel, sondern kullerte mitten im Berufsverkehr auf der Strasse.

Die Autofahrer waren so freundlich und stoppten alle.Nur die Strassenbahn hatte es eilig.Da zu der Zeit auch die Linie 24 durch die Goethe Strasse fuhr, wurde die Angelegenheit nun besonders peinlich.

Diese,besagte Strassenbahn hatte nicht nur die fuer die Innenstadt genehmigte Klingel, sondern auch das fuer die Ueberlandfahrt nach Oberursel notwendige Schiffshorn an Bord. Klar, dass das nun fuer die naechsten 3 Minuten in der Innenstadt den Ton angab.

Es wurde mir dann klar,das ich zuerst den Helm von der Fahrbahn nehmen musste,ansonsten waere der Menschenauflauf noch groesser geworden. Ich lies also mein Moped auf der Strasse liegen,obwohl bereits das erste Benzin aus dem Tank lief ( links war die Entlueftung ) und holte meinen Helm vor der Strassenbahn weg.

Das Schiffshorn verstummte,und die zahlreichen Zuschauer, einschliesslich der huebschen Maedels nahmen ihre Haende von den Ohren.

Klar,das ich nun vor lauter dickem Hals den Helm kaum noch aufbekam.Ich startete natuerlich nun elektrisch und fuhr mit dem Ablaus der bestimmt ueber 100 Zuschauer von dannen.

Ganze 2 Jahre war dann die frankfurter Innenstadt fuer mich off limits.

Die Macken im Helm sind heute noch zu sehen, und erinnern mich immer noch an meinen grossen Auftritt im Sommer 1975 in der Frankfurter Goethe Strasse.

Die besagte FLH mit dem nachtraeglich eingebauten Kickstarter faehrt heute mein Freund und Clubkamerad Axel Faust.

 

 

Die Story vom grauem Gespann

Einer unser langjaehrigen Clubmitglieder fuhr ( oder faehrt noch ?) ein Battleship graues HD Gespann.Da ja bekanntlich grau keine der ausgesuchten Harleyfarben ist, kam er leider nie in den Genuss einen Pokal fuer das schoenste Gespann zu erhaschen. Da er aber ausgesprochen Pokalgeil war und mir ueber Jahre sein Leid klagte,sann ich auf Abhilfe.

Bei einem meiner privaten Bensheimer Treffen, wurde ein Pokal ausgeschrieben,fuer das schoenste graue Gespann.

Als der Zeitpunkt fuer die Pokalverleihung kam,meldeten sich 4 Gespanne fuer den besagten Pokal. 2 waren nicht Clubmitglieder,die anderen 2 waren im Club. Das eine Clubmitglied vertroestete ich mit der Begruendung, mir waere es lieber wenn ein Clubmitglied den Pokal erhalten sollte. Als nun der Pokal an den Member mit dem "schoensten grauen Gespann" verliehen wurde,gab es natuerlich Stunk.Die anderen 2 nicht Club Gespanne,waren natuerlich wesentlich schoener anzusehen und mehr aufgemotzt als der Graue.

Einer davon fuhr sofort nach Hause und der andere redete das ganze Wochenende nicht mehr mit mir.

Aber von da an ,wurde ich nicht mehr von dem Besitzer des ueberaus schoenen Battleship grauen Gespanns geleochert.

Wie ich spaeter erfuhr,war er aufgrund seiner Pokalgeilheit zum Pokalwart des Clubs gekuert worden.

Als ich mir dann kurz darauf eine langgabelige Wide Glide ( natuerlich mit Kickstarter ) zulegte, war mein Freund mit dem schoensten grauen Gespann so neidisch,dass er sich ebenfalls ein solches Geraet beschaffte.

Wie ich dann hoerte,war er mit seiner neuen Errungenschaft in Koeln unterwegs, als er an einer Ampel anhalten musste. Da er ja jahrelang gewohnt war ein Gespann zu fahren bei dem man bekanntlich die Fuesse auf den Fussrasten lassen kann, dachte er sich nichts dabei,bei der Wide Glide ebenfall die Fuesse oben zu behalten. Als er nun mit seiner Wide Glide so auf der Strasse rum lag, drehte ein Autofahrer seine Seitenscheibe runter, und behauptete trocken: Sie fahren aber auch noch nicht lange Motorrad.

Mir ist nicht bekannt, ob er nach rechts oder links umgefallen ist, und wielange er nach dem Umfaller auf die beruehmte Couch musste.

Uebrigends, koennt ihr das schoenste graue Gespann auf dem Foto sehen, dass in der "Kickstarter Story" rechts zu sehen ist.

 

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